Meldungen aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen

"80 Jahre danach..."

Landesverband NRW stellt Veranstaltungsprogramm zum 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion vor

Landesvorsitzender Thomas Kutschaty (rechts) und Landesgeschäftsführer Stefan Schmidt bei der Vorstellung des Programms Astrid Wolters (LV NRW)

Essen. Zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 plant der Landesverband NRW eine Reihe von Veranstaltungen. In einem digitalen Pressegespräch stellte der Landesvorsitzende Thomas Kutschaty das Programm vor.

In mehreren Veranstaltungen wird der Landesverband die Geschichte dieses rassistischen Vernichtungskrieges und seine Folgen reflektieren: mit einer Lesung/Diskussion, mit Führungen über Kriegsgräberstätten, mit dem Pflegeeinsatz des Jugendarbeitskreises NRW sowie mit einer Reihe von Portraits von Menschen, die dieser Krieg heute noch beschäftigt.

Hitlers Pläne für die Sowjetunion und deren Ausführung durch Wehrmacht, SS und Einsatzgruppen seien auch 80 Jahre danach noch „so unfassbar monströs, dass eine Erinnerung daran unbedingt notwendig“ sei. Der Krieg zielte auf die fast völlige Vernichtung der Bevölkerung, des Landes und seiner Kultur sowie die Auslöschung der jüdischen Bevölkerung ab. 

Die Geschehnisse dieses Krieges wirkten bis heute nach, individuell bei den wenigen, noch lebenden Veteranen und bei deren Nachkommen, aber auch im jeweiligen nationalen, kollektiven Bewusstsein. Habe nach 1945 die persönliche Trauer im Vordergrund gestanden, sei es nun das gemeinsame Erinnern und die Verständigung über Grenzen hinweg.

Anknüpfungspunkte für die Erinnerungsarbeit seien die zahlreichen Kriegsräber sowjetischer Kriegstoter in Deutschland. Mehr als 2.200 Kriegsgräberstätten gäbe es allein in NRW. Die auf ihnen bestatteten über 300.000 Menschen stammten zu einem großen Teil aus der Sowjetunion.

In dem Gespräch beschrieb Thomas Kutschaty auch die seit 1992 in Osteuropa geleistete Arbeit des Volksbundes: Mehr als 950.000 deutsche Kriegstote konnten gefunden, umgebettet und zum Teil identifiziert werden, darunter in Russland allein 425.000; mehr als 330 Friedhöfe in Osteuropa wurden neu errichtet oder wiederhergestellt. Mindestens ebenso wichtig sei die Verständigungs- und Begegnungsarbeit mit Jugendlichen aus unterschiedlichen Ländern in Workcamps und Jugendbegegnungen. 

Er hob hervor, dass gerade auch in der Bildungsarbeit durch den Landesverband NRW die Folgen des Krieges nachvollziehbar würden. Durch die Arbeit mit Biografien könnten die sehr hohen und abstrakten Opferzahlen mit konkreten Namen, Gesichtern und Schicksalen verbunden werden. Damit würden für Jugendliche die Folgen des Krieges anschaulich und nachvollziehbar. Dies sei ein wichtiger Beitrag für die Prävention gegen Antisemitismus und Rassismus.

Hier geht's zum Programm.

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