Meldungen aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen

Laufend erinnern – ein besonderes Projekt auf dem Westfriedhof Gelsenkirchen

Schalker Fan-Initiative erinnert an NS-Opfer

Erkundung auf dem Gelsenkirchener Westfriedhof Nina Kliemke

Gelsenkirchen. Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Ge(h)denken-Monat des Kriegsgrabes“ stellte die Arbeitsgruppe „laufend erinnern“ gemeinsam mit dem Institut für Stadtgeschichte am 4.9.2022 ein besonderes Geschichtsprojekt auf dem Gelsenkirchener Westfriedhof vor. An der Führung über die Kriegsgräberstätten nahmen 30 Personen aus Gelsenkirchen und Umgebung teil.

Dr. Susanne Franke stellte als Vertreterin der Arbeitsgruppe den Interessierten die Entstehung und die Forschung des bürgerwissenschaftlichen Projekts vor, das vor mehr als zwei Jahren in Gelsenkirchen seinen Anfang nahm. Die Arbeitsgruppe entstand aus einer Initiative von Schalke-Fans, die sich nach einem Besuch der Gedenkstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ weiter engagieren wollten. Das Institut für Stadtgeschichte unterstützt die Recherche der Bürger:innen im Rahmen des Citizen Science Ansatzes. Dieser Ansatz beschreibt eine Zusammenarbeit von Menschen der Stadtgesellschaft und der Wissenschaft im Sinne eines Coaching-Prozesses auf Augenhöhe.

Werner Wöll, Bürgermeister und Kreisvorsitzender des Volksbundes, würdigte die Arbeit und bestärkte die Arbeitsgruppe darin, die Lebensgeschichten der Ermordeten weiter zu erforschen, um eine Sichtbarkeit der Taten und Ereignisse zu gewährleisten.

Nach einer Einführung von Dr. Sabine Kittel vom Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen begann der 90 Minuten dauernde Rundgang. Auf den fünf Kriegsgräberstätten des Westfriedhofs Gelsenkirchen ruhen mindestens 1.143 Menschen. Mehr als die Hälfte davon sind im Zweiten Weltkrieg Opfern von Bombenangriffen geworden. Ein weiteres Drittel sind deutsche Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Auf dem Auf dem Friedhof befinden sich ebenfalls ausländische Kriegstote aus Belgien, den Niederlanden, Jugoslawien, Kroatien, Polen, Spanien, dem russischen Zarenreich und der Sowjetunion.

Den Fokus des Rundgangs legte die Arbeitsgruppe auf die Kriegstoten, die auf dem Gräberfeld Nr. 15 beerdigt sind. Hier liegen 14 Personen, die aus unterschiedlichen Gründen Opfer der NS-Gewaltherrschaft geworden sind. Fünf der Toten sind zwischen dem 11. und dem 18. August 1941 in der Tötungsanstalt Hadamar/Hessen ermordet worden. Die anderen neun Toten starben in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen.

Die Arbeitsgruppe hat die Biografien der Kriegstoten erforscht und die Zwischenergebnisse während der Corona-Pandemie in einem Podcast veröffentlicht. Die Biografien zeigen die verschiedenen Ausprägungen der Verfolgung und Ausgrenzung der NS-Gewaltherrschaft, u.a. Opfer des Widerstands, der so genannten „Euthanasie“ und als asozial gekennzeichnete Personen. 

Eine Veröffentlichung der Zwischenergebnisse finden Sie über ‎„Laufend erinnern“ auf Apple Podcasts

Geplant ist, dass gemeinsam mit dem Institut für Stadtgeschichte eine Broschüre und Onlineveröffentlichung der Biografien im kommenden Jahr erscheinen wird.

Hier finden Sie weitere Veranstaltungen im Rahmen der Kampagne "Ge(h)denken! Monat des Kriegsgrabs im September 2022".

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