Meldungen aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen

Entdeckungen auf dem Parkfriedhof

Auftakt zum „Monat des Kriegsgrabs im September 2022“ des Landesverbandes NRW

Dinslaken. Am 21.08.2022 fand die erste öffentliche Führung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ge(h)denken – Monat des Kriegsgrabs im September 2022“ des Landesverbandes NRW statt. Rund zwanzig interessierte Personen, darunter die Bürgermeisterin der Stadt Dinslaken, Michaela Eislöffel, und Mitglieder und Förderer des Volksbundes, hatten sich am Sonntagmorgen auf dem Parkfriedhof in Dinslaken eingefunden, um gemeinsam Kriegsgräberstätten und den jüdischen Friedhof zu erkunden.

Auf dem Parkfriedhof befinden sich die größten Kriegsgräberanlagen Dinslakens mit insgesamt über 900 Kriegstoten. Es gibt ein Gräberfeld für gefallene Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs, zwei Gräberfelder für die Toten der Bombardierung Dinslakens am 22.01.1945 und 23.03.1945, und wir finden hier Kriegsgräber von ausländischen Zwangsarbeitskräften und Kriegsgefangenen u.a. aus Belgien, den Niederlanden Italien und aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Darüber hinaus finden wir auf dem Parkfriedhof das denkmalgeschützte Sammelgrab von vier Gewerkschaftern, die 1933 von SS und SA ermordet wurden, sowie ein Denkmal für die „Märzgefallenen“ im Zuge des Kapp-Putsches von 1920.

Kinga Kazmierczak, Bildungsreferentin im Bezirksverband Düsseldorf des Volksbundes, erläuterte den Teilnehmenden die verschiedenen Bedeutungen von Kriegsgräbern als Orte der Trauer, als Mahnmale und zunehmend auch als Orte des Lernens. Sie berichtete, wie die Bildungsarbeit auf Kriegsgräberstätten ganz praktisch aussieht, welche Methoden zum Einsatz kommen und wie Jugendliche darauf reagieren. Im Rahmen eines Schulprojekts mit dem Titel „Dinslaken erinnert - Kindheit und Jugend im Krieg“ im Jahr 2021, das von Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ gefördert wurde, hatten die Bildungsreferentinnen des Volksbundes sich erstmalig mit dem Parkfriedhof Dinslaken beschäftigt. Wie die Historikerinnen dabei vorgehen, welche Quellen besonders interessant sind und auf welche Schwierigkeiten man bei den Recherchen stößt, erfuhren die Teilnehmenden ebenfalls. Ein Teilnehmer kommentierte, dass er sich einen derartigen Geschichtsunterricht in seiner Schulzeit gewünscht hätte. Die Führung endete auf dem Areal des jüdischen Friedhofs. Dieser wird auch Teil eines digitalen Rundgangs über den Parkfriedhof sein, den Kinga Kazmierczak und ihre Kollegin Jana Moers in diesem Jahr erarbeiten. Bürgermeisterin Michaela Eislöffel, die die Führung an vielen Stellen durch Fachwissen zur lokalen Erinnerungskultur bereichern konnte, bedankte sich abschließend für das Engagement des Volksbundes in Dinslaken. 

Zum Veranstaltungsprogramm "Ge(h)denken - Monat des Kriegsgrabs im September" geht es hier.

Text und Bilder: Volksbund NRW

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