Ge(h)denken! – Monat des Kriegsgrabs im September 2026
Essen. Auch im Jahre 2026 veranstaltet der Landesverband NRW im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. wieder einen „Monat des Kriegsgrabs“. Im September bietet der Volksbund gemeinsam mit Kooperationspartnern insgesamt 20 Veranstaltungen an. Dabei dreht sich vieles um die Spuren der Toten der Weltkriege in NRW.
„Frieden und Demokratie sind nicht selbstverständlich“, sagt der Vorsitzende des Volksbundes NRW, Thomas Kutschaty. „Das zeigen nicht nur die aktuellen Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Dafür stehen auch über 330.000 Gräber beider Weltkriege bei uns in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges müssen wir daran wieder stärker erinnern.“
Veranstaltungen in A wie Ahaus bis W wie Warburg
Auf dem Programm stehen Führungen über eine oder mehrere Kriegsgräberstätten, Fahrradtouren, Wanderungen, Vorträge, zwei Ausstellungen, ein Benefizkonzert, eine Präsentation auf der Landesgartenschau in Neuss und digitale Angebote. Von Bocholt ganz im Westen über Bochum im Ruhrgebiet bis Lemgo, Höxter und Warburg in Ostwestfalen, Krefeld und Bonn bis nach Hürtgenwald und Euskirchen im Süden Nordrhein-Westfalens ist fast jede Region mit Veranstaltungen vertreten. Einige der Veranstaltungen finden am „Tag des Friedhofs“ (20. September) und eine am „Tag des Offenen Denkmals“ (13. September) statt.
In Bocholt führt eine Fahrradtour zum ehemaligen „Stadtwaldlager“ und zu ausgewählten Kriegsgräberstätten im Stadtgebiet. Im Teutoburger Wald verbindet eine Wanderung drei Kriegsgräberstätten miteinander. In Warburg beleuchtet ein Vortrag die Geschichte der sowjetischen Kriegsgefangenen im Altkreis Warburg. Weitere Veranstaltungen finden in Ahaus, Blankenheim, Bochum, Bonn, Coesfeld, Euskirchen, Höxter, Hürtgenwald, Krefeld, Marsberg, Neuss, Lemgo, Löhne und Versmold statt.
Mehr als zwanzig Veranstaltungspartner
Wer auf eigene Faust eine Kriegsgräberstätte erkunden will, kann dies mit Hilfe seines Smartphones und der App „Actionbound“ tun. Angebote gibt es für mehrere Kriegsgräberstätten in NRW.
Im Rahmen einer Mitmachaktion ist jede/r aufgefordert, eine Kriegsgräberstätte in seiner/ihrer Nähe zu besuchen und dort ein Zeichen des Gedenkens zu hinterlassen, eine Blume, einen Stein, ein Foto.
Eine besondere Veranstaltung findet vor der Licht.Kirche auf der Landesgartenschau Neuss am 3.9.2026 von 13 bis 15 Uhr unter dem Titel „Wege zum Frieden. Ausstellung, Impulse und Podiumsdiskussion“ mit dem Landesvorsitzenden Staatsminister a.D., Thomas Kutschaty MdL, und Auszubildenden der Bezirksregierung Düsseldorf statt. Zu dieser Veranstaltung wird Einritt für das Gelände der Landesgartenschau erhoben.
Die Veranstaltungen lassen sich nicht ohne unsere Kooperationspartner realisieren. Diese sind in diesem September u.a.:
Die VHS Löhne, das Bündnis „Gemeinsam für Vielfalt“, die Fachstelle NRWeltoffen im Kreis Herford, Arbeit und Leben im Kreis Herford DGB/VHS e.V., die VHS Ahaus, die Stadt und das Stadtarchiv Lemgo, der Reservistenmusikzug Trier, die Reservisten BigBand Rheinland, das Stadtarchiv Versmold, das Stadtmuseum und der Kreisverband Bocholt, der Kreisverband Bochum des Volksbundes und die Geschichtswerkstatt Kohlengräberland, der Villa Merländer e.V. Krefeld, die Liberation Route NRW e.V., die Untere Denkmalbehörde der Stadt Euskirchen, die Gedenkstätte und das NS-Dokumentationszentrum Bonn, die LWL-Einrichtungen Marsberg, das Stadtmarketing Coesfeld, der Arbeitskreis Ortsgeschichte im Heimatverein Riesenbeck e.V., LWL-Einrichtungen Münster, die Stadt Gelsenkirchen, Gegen Vergessen – für Demokratie e.V. im Münsterland, die Licht.Kirche auf dem Gelände der Landesgartenschau Neuss und die Evangelische Kirchengemeinde Altkreis Warburg.
Zum Hintergrund: In NRW gibt es über 2.100 Kriegsgräberstätten beider Weltkriege, auf denen über 330.000 Kriegstote bestattet sind, darunter mehr als die Hälfte aus dem Ausland. Kriegsgräberstätten sind gesetzlich geschützt und werden dauerhaft erhalten. Träger sind die Städte und Gemeinden. Der Volksbund berät die Kommunen bei Pflege und Gestaltung und bietet vielfältige Bildungsprojekte für Schulen, Jugendliche und Erwachsene ausgehend von Kriegsgräberstätten an. Darüber hinaus pflegt der Volksbund die deutschen Kriegsgräber beider Weltkriege in Europa und Nordafrika, insgesamt 2,8 Millionen Gräber auf mehr als 800 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Seine Arbeit finanziert der Verein überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden sowie aus staatlichen Zuschüssen.