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Meldungen aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen
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Geschichte vor Ort entdecken

Drei neunte Klassen erkunden die Kriegsgräberstätten auf dem Friedhof am Wall

Zwei Jugendliche stehen auf einer Kriegsgräberstätte und halten ein Tablet. Vor ihnen liegen flache Grabsteine auf dem Rasen. Sie schauen auf den Grabstein von Heinz Gutriese.

Mithilfe der App Actionbound erkundeten die Jugendlichen die Kriegsgräberstätte. Am Grab von Heinz Gutriese erfuhren sie, dass nicht nur als Kriegstoter gilt, wer während Kriegshandlungen fiel. Heinz starb erst 1949 an den Folgen seiner dreijährigen Kriegsgefangenschaft. Lena Wiele

Höxter. Vom 13. bis 15. Juli 2026 setzten sich insgesamt 73 Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs der Realschule Höxter im Rahmen von drei Projekttagen mit den Themen Krieg, Erinnerung und Friedensarbeit auseinander. Begleitet von ihren Lehrerinnen lernten sie die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. kennen und erkundeten die Kriegsgräberstätten am Wall in Höxter.

Zu Beginn des Projekttages erarbeiteten die Jugendlichen in Kleingruppen die vielfältigen Aufgaben des Volksbundes. Dabei wurde deutlich, dass die Arbeit des Verbandes weit über die Pflege von Kriegsgräberstätten hinausgeht und historische Bildungsarbeit sowie die Förderung einer lebendigen Erinnerungskultur zentrale Bestandteile seines Engagements sind.

Im Mittelpunkt des Projekttages stand anschließend der Besuch der Kriegsgräberstätte. Mithilfe der App Actionbound erkundeten die Schülerinnen und Schüler den Erinnerungsort eigenständig in kleinen Gruppen. Die digitale Rallye führte sie zu verschiedenen Grabfeldern und vermittelte historische Hintergründe sowie Einzelschicksale. Diese Form des selbstständigen Entdeckens wurde von den Jugendlichen besonders positiv aufgenommen.

Für viele Teilnehmende war es der erste bewusste Besuch einer Kriegsgräberstätte. Besonders bewegend waren die Biografien junger Soldaten, die im Alter von nur 17 oder 18 Jahren ums Leben kamen. Da sie selbst nur wenig jünger sind, fiel es vielen Schülerinnen und Schülern leicht, einen persönlichen Bezug zu den dargestellten Schicksalen herzustellen. Ebenso hinterließen die Gräber der Kinder von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern einen bleibenden Eindruck. Dass das älteste der dort bestatteten Kinder nur zwei Jahre alt wurde, löste bei vielen Betroffenheit aus.

In der gemeinsamen Abschlussreflexion tauschten sich die Jugendlichen über ihre Eindrücke aus. Einigkeit bestand darüber, dass Kriegsgräberstätten auch künftig wichtige Orte der Erinnerung bleiben. Sie helfen dabei, die Folgen von Krieg und Gewalt sichtbar zu machen und erinnern daran, wie wertvoll Frieden und ein respektvolles Miteinander sind.

Die Projekttage wurden von der Volksbund-Bildungsreferentin Lena Wiele durchgeführt und von den Lehrerinnen Uta Fechler und Katharina Loges begleitet. Es war bereits das dritte gemeinsame Projekt und die Zusammenarbeit soll auch künftig fortgesetzt werden: Bereits im Herbst ist ein weiterer Studientag für die Jahrgangsstufe 10 angedacht.

Text und Bilder: Lena Wiele