Begleitprogramm im Stadtarchiv
Die Ausstellung wurde von einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet, das historische Aspekte vertiefte und zur Auseinandersetzung mit der Geschichte einlud. In mehreren Vorträgen wurden sowohl lokale als auch überregionale Perspektiven auf den Holocaust thematisiert. So stand unter anderem die systematische Enteignung der deportierten Jüdinnen und Juden aus Bielefeld im Fokus, deren Vermögen nach 1941 vom NS-Staat erfasst, verwertet oder öffentlich versteigert wurde. Ein weiterer Vortrag nahm die fotografische Dokumentation der Deportation aus Bielefeld am 13. Dezember 1941 in den Blick und ordnete diese Bilder in den Kontext weiterer bekannter Deportationsfotografien aus dem Reichsgebiet ein.
Darüber hinaus wurde Riga als heutiger Erinnerungsort thematisiert: In einem persönlichen Vortrag wurde der Bogen von der lebendigen Gegenwart der lettischen Hauptstadt zu den historischen Tatorten der deutschen Besatzung geschlagen und gefragt, wie Erinnerung im heutigen Stadtbild sichtbar bleibt – oder auch verschwindet.
Ergänzt wurde das Programm durch die Vorführung des Dokumentarfilms „Wir haben es doch erlebt. Das Ghetto von Riga“, der anhand eindrucksvoller Zeitzeugenberichte das Leben, Leiden und Überleben der deportierten Menschen im Ghetto von Riga nachzeichnete.