Lesung von Lorenz Hemicker aus seinem Buch „Mein Großvater, der Täter“ im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten

1941 ermorden die SS und ihre Helfer über 27.000 Juden*Jüdinnen im Wald von Rumbula. Die Gruben, in denen die Menschen erschossen werden, konstruiert der SS-Offizier Ernst Hemicker. Verurteilt wird er dafür nie. Lorenz Hemicker wächst Jahrzehnte später mit einer vagen Ahnung auf, welchen Verbrechens sich sein Großvater schuldig gemacht hat. Als er mit seinem Vater nach Lettland reisen will, um mehr über die Taten von Ernst Hemicker zu erfahren, stirbt der Vater unerwartet. Für Lorenz Hemicker wird diese Zäsur der Beginn einer jahrelangen Suche nach den Spuren seines Großvaters. Dabei entsteht das Bild eines Mannes, der - wie viele andere mit ihm - vom Jedermann zum Täter wird und dessen Taten seinen Sohn und seinen Enkel noch lange über seinen Tod hinaus wie ein Schatten begleiten.

Der Eintritt zur Lesung ist frei. 

Bei der Lesung handelt es sich um eine Kooperationsveranstaltung des Jüdischen Museum Westfalen mit der Stadt Dorsten anlässlich des sogenannten Riga-Komitee-Tages. Nach dem Beitritt der Stadt ins Deutsche Riga-Komitee (www.riga-komitee.eu) findet alljährlich ein solcher Tag in Dorsten statt. Neben der Lesung ist in der Zeit (vom 11. Mai bis 17. Juni 2026) die Ausstellung des Riga-Komitees mit dem Titel „Riga. Deportationen - Tatorte - Erinnerungskultur im Jüdischen Museum Westfalen zu sehen.